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Reisebericht Pico Duarte - Februar 2010

Pico Duarte - Das Dach der Karibik

Kaiserwetter am Pico Duarte

Tropische Vegetation am Pico

Mit seinen 3087 Metern liegt der Pico Duarte als höchster Gipfel der Karibik im Nationalpark „ Armando Bermudez“, der mit dem angrenzenden „Parque Nacional Jose del Carmen Ramirez mehr als 1.400 km² bedeckt. Im Park gibt es einige Wanderwege und einfache Schutzhütten, ohne Führer und Bewilligung ist eine Begehung aber nicht möglich. Die Vegetation setzt sich vorwiegend aus verschiedenen Farnarten und der endemischen Kiefernart, der „pino criollo“, zusammen. Unterhalb von 2.000 Metern und speziell in den feuchteren Gebieten entlang der klaren Flüssen und Bäche sind aber auch Orchideen, Palmen und viele weitere Bäume und Pflanzen zu beobachten. Die Tierwelt beschränkt sich hauptsächlich auf die Vogelwelt, Kolibris, Papageien, Spechte und einige andere Arten sind zu beobachten. Giftige Tiere sind nicht zu erwarten!

Obwohl der Pico Duarte eigentlich „nur“ ein 3000er ist, seine Besteigung erfordert einiges an Kondition. Die langen Anstiegswege und die Luftfeuchtigkeit sind dafür sicher mitbestimmend! Obwohl es Tourenvarianten bis zu 6 Tagen gibt, entscheidet sich die große Mehrheit für die Kurzvariante von 2 Tagen. Schade eigentlich, aber bei einer begrenzten Anzahl von Tourentagen wollen eben die meisten Touristen auch anderes von der dominikanischen Republik sehen. Aber diese Kurzvariante hat es auch in sich! Der Aufstieg beginnt ab 1100 m im Bergort „La Cienega“, 2650 Höhenmeter Aufstieg und insgesamt 46 km Streckenlänge müssen bewältigt werden, in 2 Tagen!! Da freuen sich manche Gäste auf das vom Veranstalter bereitgestellte Tragetier, um die langen, steilen Anstiege zu überwinden. Die Verpflegung und Ausrüstung wird sowieso mit den Maultieren hochgebracht.

Doch nun zu unserer Tour: Dieses Mal sind wir mit einer besonderen Mission am Weg zum Gipfel! Die Aktion „world aids awareness“ von Joachim Franz steht im Mittelpunkt der Tour, wir sollten doch die Fahne hochbringen, wurden wir gebeten, was wir selbstverständlich für diesen guten Zweck nicht abschlagen konnten. Aber der Reihe nach:
Alles begann mit der Flughafenabholung am 7.2.2010, Thekla und Peter landeten pünktlich in Puerto Plata, wo wir auch am Flughafen noch Richard, der sich noch zur Gruppe dazumeldete, aufnahmen. Die kleine Verspätung unseres 4x4-Pickups, der uns in die Berge bringen sollte, wurde mit Gelassenheit aufgenommen. Kühler- und Reifenprobleme sind hier im Land die häufigsten Pannen, kein Wunder, abgesehen von den Touristengebieten und einigen Fernstrassen sind die Verkehrswege in teils abenteuerlichen Zustand! Aber letztendlich erreichten wir in nur 2,5 Stunden Fahrzeit Jarabacoa, neben Constanza und San Jose de Ocoa, ein Ausgangspunkt für viele Outdooraktivitäten wie Wandern, Mountainbiking und Kanutouren. Unser Quartiergeber Tim, ein seit vielen Jahren ausgewanderter Deutscher der hier ein kleines Gästehaus betreibt, empfing uns herzlich und somit war alles bereit für den Aufstieg am nächsten Tag. 8.2.: Nach ein paar Tassen selbstbebrühten Kaffee in La Cienega, dem Eingang des Nationalparks ging es los, schnell fand sich unser dominikanischer Führer Rafelito und die Maultiere wurden gepackt!
Um 9.30 marschierten wir los, immerhin warten heute 1.600 Hm Aufstieg auf uns bis zur Hütte. Bei einer Wegstrecke von 18 km ein langer Wandertag, doch letztendlich erreichten wir gegen 17.30 die Hütte „La Comparticion“. Abladen der Mulis, Einrichtung des Schlaflagers und eine heiße Suppe, Um 20.00 gingen wir glücklich, satt und müde zu Bett, der nächtliche Sternenhimmel verhieß Gutes für den nächsten Tag!
9.2. 4.45 – Tagwache! Nach der obligatorischen Tasse Kaffee die letzten 700 Hm zum Gipfel, den wir nach 2-stündigem Marsch bei Sonnenschein und grandioser Fernsicht auch erreichten. Berge, soweit das Auge reicht! Eigentlich besteht die Dominikanische Republik ja nur aus Berge, wenn man vom flachen Ostteil von Punta Cana nach Santo Domingo absieht, aber dass wissen halt nur die Wenigsten. Nach den Gipfelfotos mit der Büste des Nationalhelden Juan Pablo Duarte dann der lange Abstieg ins Tal, insgesamt sind heute 28 km Wegstrecke zu bewältigen. Zusammen mit einer Höhenmeterleistung von 1050 Hm Aufstieg und 2350 Hm Abstieg sicher ein anspruchsvolles Tagespensum! Endlich erreichen wir gegen 17.30 unseren Ausgangspunkt am Nationalparkeingang, wo nach diesen Erlebnissen und Strapazen meist gerne ein kühlen Bier beim Dorf-Colmado getrunken wird!

Teilnehmer: Thekla und Peter aus Bayern, Richard ein Wahlcubaner, Rafelito – Ortsguide und Maultierführer aus La Cienega und Rudi Baumer von der Rancho Cascada – Veranstalter von Trekking-, Bike- und Kanutouren in der dominikanischen Republik.